Immobilienkrise in den USA

Wieso bringt es eigentlich die ganze Welt ins Taumeln, wenn in den USA die Menschen kein Geld mehr haben, um die Hypotheken ihrer Häuser zu bezahlen? Die Frage ist einfach, doch die Antwort darauf zeigt, wie komplex und international die Wirtschaft gestrickt ist.

Wie alles begann

2007 war die Rede von einer Immobilienkrise in den USA. Wenig später hörte sich das schon anders an. Aus den Medien erfuhr man, dass es sich mittlerweile um eine globale Wirtschaftskrise handle. Wie ernst diese Krise genommen wurde, zeigte sich, indem europäische sowie internationale Politiker und Experten von einem Treffen zum nächsten rasten, um die drohende Weltwirtschaftskrise einzudämmen. Doch was war geschehen? Der Beginn der Immobilienkrise wird meist auf 2007 datiert. Die Gründe dafür sind jedoch schon im Jahre 2001 zu finden. Damals ging die US-Notenbank Fed, nach den terroristischen Angriffen am 11. September, zu einer Niedrigzinspolitik über, um Panik zu vermeiden. Doch auch nachdem sich die Wirtschaft erholt hatte, wurden die Zinsen nicht erhöht. Dies geschah in ersten Ansätzen erst 2004. Dazwischen war Geld sehr billig, was dazu führte, dass viele Menschen den Wunsch nach einem Eigenheim verwirklichen wollten. Die Nachfrage nach Immobilien stieg. Da das Angebot jedoch nicht ausreichte, erhöhten sich die Kosten sehr schnell. Der Immobilienboom führte auch dazu, dass mehr gebaut wurde. All das klingt ja eigentlich gut und schön. Jedoch wurde ein entscheidender Fehler begangen.

Problematische Subprime Loans

Der Fehler bestand darin, dass Geld auch an Menschen verliehen wurde, die keine oder nur geringe Sicherheiten vorweisen konnten. Im Klartext bedeutet das: Jemand, der über kein Eigenkapital verfügte, konnte trotzdem ein Haus kaufen. Dafür musste der Kreditnehmer jedoch Subprime Loans, also Darlehen, die in der Regel weit über dem Marktwert angesetzt waren, begleichen. 2006 änderte sich die Lage am Immobilienmarkt. Es waren in der Zwischenzeit mehr Häuser gebaut worden als Nachfrage bestand, weshalb die Immobilienpreise wieder sanken. Die Zinsen jedoch stiegen, was dazu führt, dass einige sich nicht mehr dazu im Stande sahen, ihre Raten zu begleichen. Einige gerieten in Rückstand, viele (2,2 Millionen Haushalte; Stand 2007) verloren ihr Haus an die Bank.

Subprime-Marktgeschäft florierte – dann kam das Aus

Im Jahre 2007 machte das Subprime-Marktgeschäft ein Achtel des gesamten Weltkreditmarktes aus. Dieses ist sehr risikoreich, doch der florierenden Immobilienmarkt lies einige Anleger, u.a. auch Großbanken, in das Geschäft einsteigen. Durch die Zahlungsunfähigkeit der Kreditnehmer gingen zunächst nur kleine Geldinstitute pleite. Doch es sollte sich zeigen, dass auch große Hypothekenfinanzierer von der Krise schwer betroffen waren. Um die Risiken der Subprime Loans zu minimieren, hatten Immobilienfinanzierer die Kredite z.T. an Großanleger weiterverkauft. Diese zerstückelten die Hypothekendarlehen, mischten sie neue und verkauften sie ihrerseits weiter. Auf diesem Weg gerieten die Subprime Loans ins Ausland. Welche Auswirkungen die Krise für andere Staaten und den Weltmarkt hatte, lässt sich unter investorverlag.de nachlesen.

Wer hilft in der Krise?

Von den negativen Folgen der Ausgabe der Suprime Loans waren in erster Instanz die Hausbesitzer betroffen, die ihr Heim verloren, sowie Hypothekenfinanzierer, die deshalb bankrott gingen. In zweiter Instanz traf es die Banken. Weil unklar war, wie schwer beschädigt die einzelnen Institute von der Krise waren, wollten sie sich gegenseitig kein Geld mehr leihen. Die Zentralbank musste eingreifen und Geld in den Markt pumpen, damit sich die Lage wieder ein wenig normalisierte. Von der Immobilienkrise betroffen waren auch Automobilunternehmen (General Motors).

Heutige Situation: Fed betreibt eine Politik des günstigen Geldes

Seit Ende 2008 verfolgt die Fed wieder eine Politik des günstigen Geldes. Diesmal jedoch, um die Folgen der Wirtschaftskrise einzudämmen. 2,5 Billionen Dollar (Stand: 19:06.2013) wurden seitdem von der Zentralbank in die Wirtschaft investiert. Der Chef der Zentralbank Bernanke erklärte im Sommer, dass die Politik der Zentralbank erst dann geändert wird, wenn die Arbeitslosenquote über 6,5 Prozent liegt und die Wirtschaft wieder relativ stabil ist. Bis dato solle der Leitzins weiter zwischen 0 bis 0,25 Prozent betragen. Zudem gab er bekannt, dass die Fed nichts daran ändern wird, weiterhin monatlich Staatsanleihen und Hypothekenpapieren im Wert von 85 Milliarden Dollar (64 Milliarden Euro) zu kaufen.

Beitrag des Gastautors Johannes Wiesner

Kreditkonditionen für Verbraucherdarlehen gemäß §6a PAngV (Bonität vorausgesetzt): Nettodarlehensbeträge: 1.000,- bis 300.000,- EURO; Vertragslaufzeiten: 12 bis 240 Monate; eff. Jahreszins: 1,93% - 15,99% (bonitätsabhängig); fester Sollzinssatz p.a. ab 1,92% Repräsentatives Beispiel nach §6a PAngV: Nettodarlehensbetrag: 5.000,- EURO; Vertragslaufzeit: 72 Monate; Monatliche Rate: 82,62 EURO; Gesamtbetrag: 5.948,91 EURO; effektiver Jahreszins: 6,06%; fester Sollzinssatz p.a.: 5,90%
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